Medienschau

Der Obwaldner Kantonsrat belässt Geld für Palliative Care im Budget. Die Palliativstation im Engeriedspital zieht um und die Gemeinde Weggis leistet eine Spende ans Hospiz Zentralschweiz statt Weihnachtskarten zu verschicken. Diese und weitere Meldungen in der Medienschau vom Dezember.

Medienschau Dezember 2025

«Klarer Entscheid: Palliative Care bleibt im Obwaldner Budget»

In der Budgetdebatte im Obwaldner Kantonsrat ging es Anfang Dezember unter anderem um die Palliative Care. Die Geschäfts- und Rechnungsprüfungskommission (GRPK) wollte 25’500 Franken (einmalig) und 14’400 Franken (wiederkehrend) für den Abschluss einer Leistungsvereinbarung mit dem Verein Palliativ Luzern streichen. Der Präsident der GRPK hielt fest, der Antrag richte sich nicht gegen die Palliativ Care. Doch solle zuerst richtig geprüft werden, ob die geplanten Leistungen nicht bereits durch andere Strukturen und Institutionen sichergestellt werden könnten. 

Die SP war der Ansicht, der Antrag schiesse am Ziel vorbei. Ein Bericht der Hochschule Luzern empfehle unter anderem die Vernetzung von Fachleuten und Institutionen der Palliative Care. Auch ein Mitte-Politiker konnte sich nicht vorstellen, dass diese Arbeit in Obwalden günstiger gemacht werden könnte. Es fehle in Obwalden nicht am guten Willen, jedoch am Know-how, meinte eine andere Votantin, während die SVP die Frage in den Raum stellte, ob von der Kinderkrippe bis zum Sterbebett alles verstaatlicht werden müsse. So lasse sich das Budget nie mehr stabilisieren. Gesundheits- und Sozialdirektor Christoph Amstad hielt fest, es gehe um zwei Elemente: den Aufbau eines Netzwerks und eine Anlaufstelle. Der Antrag der Kommission unterlag schliesslich mit 10 zu 40 Stimmen bei 3 Enthaltungen und somit bleiben die Beiträge im Budget. 

«Budget fast unverändert genehmigt». Obwaldner Zeitung. 6.12.2025 

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«Palliativstation wird ins Lindenhofspital verlegt»

Das Engeriedspital verliert sein stationäres Angebot. Die Lindenhof-Gruppe überführt die Bereiche Chirurgie und Innere Medizin sowie die Palliativ-Abteilung auf Anfang 2026 ans Lindenhofspital. Das teilte die Spitalgruppe mit. Gesamthaft 78 Betten werden im Engeried aufgehoben, wie die Medienstelle auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA erklärte. Im Jahr 2025 seien durchschnittlich 41 Betten betrieben worden. Die Gruppe begründet den Schritt mit dem Fachkräftemangel, wirtschaftlichem Druck und regulatorischen Vorgaben. Die Palliativstation verfügt über das Label «Qualität in der Palliative Care». Sie zieht in die neu umgebaute, moderne Station im Sahli-Haus und verfügt künftig über 12 statt wie bisher 8 Betten. 

«Berner Engeriedspital verliert stationäres Angebot». Berner Zeitung. 10.12.2025 

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«Weggis unterstützt Hospiz Zentralschweiz mit 5000 Franken»

Für ein gutes und harmonisches Zusammenleben in einer Gemeinde sind Menschen unverzichtbar, die sich in unterschiedlichsten Bereichen einsetzen. So bedankt sich auch der Gemeinderat und die Gemeindeverwaltung Weggis bei allen herzlich, die sich im vergangenen Jahr für das Gemeinwohl engagiert haben. Dies tut er allerdings nicht mit einer Weihnachtskarte, sondern mit einer Amtlichen Mitteilung – zum Beispiel im «Bote der Urschweiz». Statt Weihnachtskarten zu drucken und zu versenden, leistet die Gemeinde Weggis eine Spende von 5000 Franken an das Hospiz Zentralschweiz.  

Das Hospiz Zentralschweiz mit Sitz in Luzern ist eine gemeinnützige Stiftung, die sich auf spezialisierte Palliative Care für unheilbar kranke Menschen konzentriert. Angebote sind ambulante Beratung, tageweise Entlastungsaufenthalte und stationäre Hospizplätze. «Ein multiprofessionelles Team sorgt dafür, dass die letzten Lebensphasen in einer möglichst heimeligen und würdevollen Atmosphäre erlebt werden können», schreibt der Weggiser Gemeinderat. Zudem engagiert sich die Stiftung für die Aus- und Weiterbildung freiwilliger Hospiz-Helferinnen und -Helfer. «Mit dieser Spende will die Gemeinde insbesondere diesen Menschen etwas Licht und Wohlbefinden schenken.» 

«Spende an das Hospiz Zentralschweiz». Bote der Urschweiz. 18.12.2025 

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«Flamingo: Erstes Kinderhospiz im Kanton Zürich»

«In diesen Tagen wird das Kinderhospiz Flamingo eröffnet», schreibt medinside Ende Dezember. «Es soll Hilfe bieten und Lücken schliessen – beispielsweise in Fällen, wo ein Kind nicht mehr akutmedizinisch betreut werden kann, während zugleich Erwachsenenhospize keine Kinder aufnehmen.» Das Flamingo ist das erste Kinderhospiz im Kanton Zürich. Hier sollen Familien mit einem unheilbar erkrankten Kind neben medizinischer Unterstützung auch Stabilität finden. Ein fast 20-köpfiges Team diplomierter Pflegerinnen und Pfleger arbeitet im 24-Stunden-Betrieb. Es gibt medizinisch-pflegerische Expertise, Symptomkontrolle, psychosoziale Unterstützung und Seelsorge; das Gebäude bietet einen Physioraum mit Sprossenwand und Rutschbahn, ein Pflegebad mit Deckenlift, ein Spielzimmer sowie den «Snoezelenraum», der mit Farben, Lichtspielen und Wasserbett die sinnliche Wahrnehmung der Kinder anregen soll. 

In der Schweiz ist das Flamingo erst das zweite Kinderhospiz. Das erste, das «Allani» in Bern war im August 2024 eröffnet worden. In Europa gibt es 133 Kinderhospize, davon 20 in Deutschland. Das Problem in der Schweiz: Es gibt keine gesetzlichen Tarife für Kinderhospize – es fehlt also eine offizielle Unterstützung, die über die Beiträge der IV und der Krankenkassen hinausgeht. Kinderhospize müssen sich hauptsächlich über Spenden finanzieren. 

«Palliative Versorgung für Kinder: Neues Angebot im Kanton Zürich». Medinside. 30.12.2025

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«Palliative Care entlastet Angehörige in der letzten Lebensphase»

«Oftmals ist das Sterben sehr stimmig.» Dies sagt Nadja Elsener, die bei der Spitex Region Brugg AG die Teamleitung der Spezialisierten Palliative Care innehat. Der «Aargauer Zeitung» erzählt sie von der Arbeit ihres fünfköpfigen Teams und nimmt die Journalistin mit auf einen Besuch bei einem älteren Ehepaar. Die Frau leidet an ALS. Natürlich gehe es um pflegerische Tätigkeiten, aber im Vordergrund stünden die Beratung und die psychologische Begleitung von Menschen in der letzten Lebensphase und ihren Angehörigen, erklärt die Teamleiterin. Insbesondere, wenn komplexe oder schwierige Situationen vorliegen. Zum Beispiel bei starken Ängsten oder wenn sich die Frage stellt, ob der Patient oder die Patientin trotz geringer Erfolgschancen nochmals eine Chemotherapie machen soll. 

«Häufig kommen wir in eine hoch belastete Situation mit vielen Unsicherheiten hinein», sagt Nadja Elsener. «Wir versuchen dann, Ruhe reinzubringen, zu beraten und Lösungen zu finden.» Oftmals sind es schon Kleinigkeiten, die den betroffenen Familien helfen. Etwa, eine Checkliste zu haben, wie sie vorgehen sollen, wenn der oder die Erkrankte Schmerzen hat, oder eine Telefonnummer, wo sie in einem Notfall anrufen können. Die Aufgabe der Spezialisierten Palliative Care der Spitex Region Brugg sei es vor allem auch, die Angehörigen zu entlasten, sagt die 37-Jährige. Schliesslich kann die Betreuung eines schwer erkrankten Familienmitgliedes eine sehr belastende Aufgabe sein, die sich oftmals über eine lange Zeit hinzieht. Entsprechend appelliert Nadja Elsener an pflegende Angehörige, nicht zu lange damit zu warten, bei der Spezialisierten Palliative Care für Unterstützung anzufragen.  

In der ausführlichen Reportage spricht die Journalistin auch mit dem Ehemann der Patientin über den Alltag mit der unheilbaren Krankheit und über seine Gefühle. Manchmal holt ihn die Trauer ein und er kämpft mit den Tränen, dann wiederum wird deutlich, wie wütend er auf die Krankheit ist. 

«Oftmals ist das Sterben sehr stimmig». Aargauer Zeitung. 9.12.2025 

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«Trauer zulassen statt verdrängen»

«Trauer als Zustand wird oft nicht angesprochen. Schweigen kann jedoch Unsicherheit, Ängste und das Gefühl des Alleinseins auslösen», weiss Rebecca Menzi aus Erfahrung. Die Pflegefachrau HF mit Zusatzausbildung in Palliativpflege hat nebst ihrer Naturheilpraxis in Teufen ein Teilpensum im Hospiz St.  Gallen. Dort begleitet sie Sterbende auf ihrer letzten Lebensetappe. Sie möchte den Hinterbliebenen Mut machen, «der Trauer Raum zu geben». 

Der Sterbeprozess sei wie die Geburt ein individueller Ausnahmezustand, sagt sie der «Appenzeller Zeitung»: «Jeder Mensch hat dafür sein ureigenes Zeitfenster». Manche gehen in einem Moment, in dem sie allein sind, aus der Welt. Andere warten, bis ihre Nächsten um sie versammelt sind. Manche gleiten nicht mehr ansprechbar im Dämmerzustand vom Leben in den Tod, andere sterben unvermittelt, wenn niemand es erwartet. 

Menzi erlebt oft, dass Trauernde danach ambivalente Gefühle plagen: Die letzte Lebensphase der Sterbenden war vielleicht von Leiden oder von einem schwierigen Sterbeprozess geprägt. Nach dem Tod sind Angehörige einerseits erleichtert, dass der geliebte Mensch nicht länger leiden muss. Andererseits können sich diffuse Schuldgefühle bemerkbar machen und sie fragen sich: «Habe ich alles getan, was möglich war? Habe ich mich genügend um die Bedürfnisse der schwer erkrankten Person gekümmert?» 

«Ich rate den Trauernden, bewusst von den Verstorbenen Abschied zu nehmen, sie nochmals zu berühren, mit ihnen in Dialog zu treten.» Auch Rituale können helfen, diesem Lebensabschnitt und den Empfindungen eine Form zu geben. Und Rebecca Menzi ist es ein Anliegen, den Trauernden zu versichern: «Jede Person darf in dieser Situation genauso sein und so trauern wie es für sie stimmt». 

«Trauerprozess braucht Mut und Kraft». Appenzeller Zeitung. 6.12.2025 

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«Ein Haus, in dem das Leben bis zuletzt Platz hat»

Von aussen ist es einfach ein älteres Haus inmitten eines Wohnquartiers. Ein Haus, welches über eine Treppe erreicht wird, umgeben von einem grossen Garten, der für seine Natürlichkeit von Pro Natura ausgezeichnet wurde. Und ein Haus, das für Menschen der letzte Halt vor dem Tod ist. Das Hospiz Solothurn – nahe der Emme in Derendingen gelegen – ist ein Ort, in dem es sich entgegen der Erwartung sehr lebendig anfühlt. Es ist herrscht ein Gewusel: Pflegende bereiten Speisen vor, es wird geputzt, die Seelsorgerin kümmert sich um die bevorstehende Feier für Hinterbliebene. Trotz der Betriebsamkeit ist man weit entfernt von Hektik. Viel Ruhe strahlt das Team aus – und das, obwohl es von einem Thema umgeben ist, vor dem viele Menschen die Augen verschliessen. 

Die Hospiz-Leiterin Andrea Bürgi sagt, dass man in diesem Haus mehr lache als weine. Beides sei wichtig. Manchmal sei die persönliche Betroffenheit bei einzelnen Teammitgliedern gross: «Je mehr Parallelen wir zum sterbenden Menschen finden, desto näher geht uns sein Tod.» Gerade in solchen Momenten sei das sehr empathische Hospiz-Team Gold wert.  

Das Hospiz hat sechs Zimmer für Menschen ab 18 Jahren, mit lebenslimitierenden Krankheiten und einer begrenzten Lebenserwartung. Auf lebenserhaltende Massnahmen wird verzichtet: keine Chemotherapie, kein Wiederbeleben und ausschliesslich palliative Pflege mit Fokus auf die Symptombehandlung. «Es geht nicht darum, das Leben zu verlängern, sondern die grösstmögliche Lebensqualität so lange wie möglich zu erhalten», so Andrea Bürgi. Man geht individuell auf Bedürfnisse ein: Es gibt keine fixen Essenszeiten, keine sturen Abläufe und keine 08/15-Pflege. So einzigartig wie jeder Mensch ist, so individuell sind seine Bedürfnisse. 

«Leiterin des Hospiz Solothurn gibt Einblick in ihre Motivation». Solothurner Zeitung. 19.12.2025 

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«Freiwillige schenken Zeit auf der Palliativstation»

Maggie Städelin ist eine der ehrenamtlich Tätigen im Spital Schwyz. Sie engagiert sich seit drei Jahren auf der Palliative-Care-Station und besucht dort einmal pro Woche Patientinnen und Patienten. «Ich freue mich jede Woche aufs Neue, ins Spital zu kommen – auf das Team und auf die Begegnungen mit den Patientinnen und Patienten. Es ist ein wunderbares Miteinander», erzählt sie. Sie bringt vor allem Zeit zum Zuhören, Zugewandtheit und Lebensfreude mit. Man unterhalte sich über Gott und die Welt. Die Krankheit stehe meist nicht im Mittelpunkt. Der Dank, der ihr von Patientinnen und Patienten sowie Angehörigen entgegengebracht wird, bestärkt sie. «Diese Arbeit tut mir gut. Ich habe mein ganzes Leben mit Menschen gearbeitet, und es ist schön, dass ich auch nach meiner Pensionierung weiterhin etwas geben und unterstützen kann.» 

Studien belegen die positiven Effekte der Freiwilligenarbeit für Patienten. Sie fördert die soziale Interaktion und das Zugehörigkeitsgefühl, unterstützt beispielsweise dabei, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, und steigert das subjektive Wohlbefinden. Mit ihrem Engagement ist Maggie Städelin nicht allein. Rund 50 Personen engagieren sich im Spital Schwyz freiwillig und mit grossem Herzblut für das Wohl der Patientinnen und Patienten. Dabei ergänzen sie die Arbeit der Fachpersonen auf sinnvolle Weise, ohne deren professionelle Aufgaben zu übernehmen. Pflegerische Tätigkeiten bleiben bewusst den dafür ausgebildeten Fachkräften vorbehalten. 

«Sie schenken vor allem eines: Ihre Zeit». Bote der Urschweiz. 5.12.2025 

Danke an die Autorin: 
palliative zh+sh / Bettina Weissenbrunner

Podcast Highlights im Dezember

«Weihnachten in schweren Zeiten». Wie verändert sich der Blick auf Weihnachten, wenn jemand in der Familie schwer erkrankt ist oder man weiss, dass es das letzte Weihnachten mit dieser Person sein könnte? Psychotherapeutin Sabin Bührer gibt im Palliaviva-Podcast Antworten. 

Manuela Rossini, Geschäftsleiterin von palliative bs/bl spricht im Podcast «Fürobebier» von primenews.ch über Lebensqualität trotz Krankheit, Spiritualität und die Würde des Menschen. «Im Umgang mit dem Tod lernt man auch viel über das Leben», sagt sie. 

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