Medienschau

Kein Hospizangebot mehr im Kanton Glarus, im Kanton Uri wird der Aktionsplan für Palliative Care umgesetzt und der palliative Brückendienst Glarus hat zusammen mit der Glarner Spitex die Arbeit aufgenommen.

Diese und weitere Themen in unserer Medienschau vom Juli.

Medienschau Juli 2026

«Kein Hospizangebot mehr im Kanton Glarus per Ende 2026»

Die Bethesda Alterszentren AG hat den Leistungsauftrag für spezialisierte Palliative Care im Hospiz des Pflegezentrums Salem in Ennenda auf den 31. Dezember 2026 gekündigt, nachdem das Hospiz seit rund einem Jahr immer weniger Patientinnen und Patienten aufgenommen hat. Eine nachhaltige Lösung konnte nicht gefunden werden.

Obwohl die Leistungsvereinbarung keine ordentliche Kündigung vor Ende 2027 vorsieht, akzeptiert der Regierungsrat die Kündigung der Bethesda Alterszentren AG betreffend der Leistung «Spezialisierte Palliative Care im Hospiz». Gleichzeitig prüft der Kanton zusammen mit den öffentlich-rechtlichen Alters- und Pflegeheimen, dem Kantonsspital Glarus und dem Palliativen Brückendienst mögliche Lösungen, um auch künftig ein Hospizangebot im Kanton sicherzustellen.

«Ende Jahr kein Hospizangebot mehr im Salem». Südostschweiz. 8.7.2026

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«Kanton Uri setzt den Aktionsplan Palliative Care um»

Basierend auf der nationalen Palliative-Care-Strategie hat die Gesundheits-, Sozial- und Umweltdirektion des Kantons Uri im Juni 2019 die Arbeitsgruppe Palliative Care Uri beauftragt, einen kantonalen Aktionsplan Palliative Care zu erstellen. Um die Umsetzung dieses Aktionsplans voranzutreiben, wurde eine Projektleitung eingesetzt. Bis Ende 2025 waren gemäss Medienmitteilung des Kantons die meisten Massnahmen aus dem Aktionsplan umgesetzt worden – darunter Massnahmen zur Weiterbildung medizinischer und pflegerischer Fachpersonen, die Entwicklung und Implementierung eines kantonalen Behandlungs- und Therapieplans, jährliche Veranstaltungen für die Öffentlichkeit, Weiterbildungsveranstaltungen und Netzwerktreffen oder der 24/7 Support für Fachpersonen durch die Palliative Care des Spital Schwyz.

Nun wurde der Aktionsplan an einem Validierungsworkshop gemeinsam mit dem kantonalen Akteure-Kreis weiterentwickelt und überarbeitet: Bewährtes soll weitergeführt und Lücken geschlossen werden. Der aktualisierte Aktionsplan beschreibt elf Massnahmen. Diese sollen die interprofessionelle Zusammenarbeit weiter optimieren, tragfähige Betreuungsnetzwerke aufbauen, die Fachkompetenzen im medizinischen und pflegerischen Bereich weiterentwickeln sowie die Bevölkerung über einen proaktiven Umgang mit Fragen zum Lebensende informieren.

«Aktionsplan wird umgesetzt». Urner Zeitung. 15.7.2026

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«Neuer palliativer Brückendienst ermöglicht Betreuung zu Hause»

Seit einigen Wochen können unheilbar kranke Menschen im Glarnerland ihre letzten Tage auch zu Hause erleben und dort rund um die Uhr betreut werden. Das wird neu vom palliativen Brückendienst zusammen mit der Glarner Spitex angeboten. Die 34-jährige Nura Slongo und zwei Kolleginnen kümmern sich um die Patientinnen und Patienten. «60 bis 70 Prozent der Palliativpatienten und -patientinnen möchten zu Hause gepflegt werden und sterben können», erklärt Nura Slongo im Gespräch mit der «Südostschweiz». Die Niederurnerin begleitet Menschen auf ihrem letzten Weg und versucht, «möglichst unvoreingenommen, vorsichtig und auch demütig zu den Betroffenen zu gehen», wie sie sagt. Wichtig ist Nura Slongo, allen Beteiligten Autonomie zu ermöglichen und diese zu respektieren: Sie klärt Bedürfnisse, informiert über Hilfe und Schmerzmittel und unterstützt, wenn Angehörige und Betroffene gemeinsam Entscheidungen tragen. Gleichzeitig muss sie lernen, sich abzugrenzen – und schöpft ihre Kraft aus Familie, Beruf und Ausbildung.

Am schönsten sei immer, wenn Angehörige und Patientinnen eine Entscheidung gemeinsam tragen könnten. Haben sie aber ganz unterschiedliche Ansichten, so sei das sehr schwierig. «Dann versuchen wir, eine Annäherung zu unterstützen. Wir reden viel und holen auch die Befürchtungen der Angehörigen ab.»

An Grenzen stösst Slongo, wenn Situationen für Patienten oder ihre Familien problematisch sind und Leid verursachen. «Wenn sich die Betroffenen aber manchmal nicht für eine Verbesserung oder Veränderung entscheiden können, müssen wir das respektieren.» Da müsse sie auch immer wieder lernen, dass man das Mögliche anbieten, aber nicht mit Aktionismus erreichen könne. Denn auch dabei gehe es um ein Angebot, das angenommen oder abgelehnt werden dürfe.

«Diese Glarnerin begleitet Todkranke». Südostschweiz. 13.7.2026

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«Politische Fragen zur Palliative Care und der Pflegeversorgung in der Stadt Zug»

Die Zuger ALG-Gemeinderätin Magdalena Carlen hat zwei Interpellationen betreffend Altersstrategie 2023–2035 der Stadt Zug eingereicht. Der eine Vorstoss bezieht sich auf die Umsetzung und Qualität von Palliativpflege. Unter anderem habe der Zuger Kantonsrat ein neues Finanzierungsmodell für Palliativ-Patienten in Sterbehospizen beschlossen, schreibt Carlen und fragt, ob der Stadtrat bereit sei, zusammen mit den Pflegeheimen die Erlangung der Zertifizierung «Qualität in Palliative Care» aktiv zu fördern und voranzutreiben. Auch will sie wissen, ob die nationalen Leitlinien für Palliative Care in den Zuger Gesundheitsinstitutionen bereits umgesetzt worden seien und ob die Qualität der Palliative Care in der Stadt Zug durch Zertifizierungen für die Öffentlichkeit ersichtlich sei.

Die zweite Interpellation betrifft die Arbeitsbedingungen im Pflegebereich, insbesondere den für die kommenden Jahre prognostizierten zusätzlichen Personalbedarf. Ohne Personal sei die Altersstrategie «nicht umsetzbar», schreibt Carlen und will unter anderem wissen, wie viel zusätzliches Pflegepersonal es in den jeweiligen Einrichtungen konkret bräuchte oder wie viele Stellen zurzeit im Bereich Pflegefachpersonal in den privaten Gesundheitsbetrieben und solchen der Stadt Zug auf kantonalem Boden offen seien. Zudem formuliert sie diverse Fragen zu den Arbeitsbedingungen und den Ausbildungsplätzen im Pflegebereich.

«Gibt es genügend Pflegepersonal?». Zuger Zeitung. 28.7.2026

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«Zum 100. Geburtstag: Das Vermächtnis von Elisabeth Kübler-Ross»

Elisabeth Kübler-Ross (1926–2004) gilt als Pionierin der modernen Sterbeforschung. Zum 100. Geburtstag würdigt die NZZ ihr aussergewöhnliches und zugleich widersprüchliches Leben. Bereits als junge Psychiaterin durchbrach Kübler-Ross ein Tabu, indem sie sterbende Menschen nicht ausgrenzte, sondern mit ihnen sprach und ihre Erfahrungen in Forschung und Lehre einbezog. Ihr 1969 erschienenes Buch On Death and Dying machte sie weltberühmt. Besonders bekannt wurden die fünf Phasen des Sterbens, die jedoch häufig fälschlich als starres Stufenmodell interpretiert werden. Tatsächlich verstand Kübler-Ross Sterben und Trauer als individuelle, nicht lineare Prozesse. Ihr grösster Verdienst war, Sterbenden eine Stimme zu geben und ihre Perspektive ernst zu nehmen.

Nach ihrem wissenschaftlichen Erfolg entfernte sie sich zunehmend von der akademischen Medizin und wandte sich spirituellen und esoterischen Vorstellungen zu, was ihr Ansehen teilweise belastete. Dennoch setzte sie sich weiterhin für gesellschaftliche Randgruppen ein. Auch ihr eigenes Lebensende war von Krankheit, Widersprüchen und der Angst vor dem Tod geprägt. Gerade diese Offenheit machte ihre zentrale Botschaft glaubwürdig: Sterben bleibt schwer, doch darüber zu sprechen kann das Leid mindern. Kübler-Ross hinterliess damit ein Vermächtnis, das Medizin, Palliativpflege und den gesellschaftlichen Umgang mit Tod und Trauer nachhaltig prägte.

«Die Stimme der Sterbenden». NZZ. 8.7.2026

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