Palliative Care in der Schweiz

Der Zugang zu den Angeboten der Palliative Care soll für alle Menschen in der Schweiz möglich sein, unabhängig von Diagnose oder Wohnort.

Zahlen & Fakten zu den zertifizierten Institutionen


Bericht zu den Versorgungsstrukturen für Palliative Care 2024 in der Schweiz, Daten der zertifizierten Institutionen (2024) 

Diese Studie befasst sich mit den Versorgungsstrukturen für Palliative Care in der Schweiz im Jahr 2024. Bei 105 zertifizierten Versorgungsbereichen wurden mittels einer standardisierten Onlinebefragung die Strukturdaten abgefragt. Angesichts der hohen Rücklaufquote von 94% (100% bei den spezialisierten stationären Institutionen) sind die Daten aussagekräftig und repräsentativ. Der Vergleich (%-Zahlen in Klammern) erfolgt mit den Zahlen des Vorjahres 2023. Die Ergebnisse zeigen auf, dass in der Schweiz im Jahr 2024 insgesamt 433 (2023: 399) zertifizierte spezialisierte Palliativbetten verfügbar waren. Mit durchschnittlich 12 Palliativbetten verfügten die Palliativstationen gegenüber 2023 über ein Bett mehr pro Station (+9%).

Durchschnittlich verzeichneten die spezialisierten stationären Palliative Care-Stationen 279 Patienteneintritte (+6%), davon 71.7% mit einer onkologischen Hauptdiagnose gemäss ICD. 

Im Mittel wurden 3’300 Pflegetage (+22%) geleistet und 280 Patientenaustritte (+8%) erfasst. Die spitalinternen Palliativ-Konsiliardienste leisteten durchschnittlich 550 Erstkonsile (+3.4%) und 711 Folgekonsile (-36%), wobei sich die Dienste sehr stark voneinander unterscheiden. Die zertifizierten mobilen Palliativdienste begleiteten im Mittel 511 Patientenfälle (-8%), führten 1’500 telefonische Patientenkontakte (+9%) und verzeichneten 1’476 Patientenbesuche (+53%) durch Pflege und Betreuung sowie 472 Patientenbesuche durch Ärzt:innen (-18%). In 28 der schweizweit 33 zertifizierten stationären Langzeitinstitutionen wurden 2024 insgesamt 3’894 Betten (-5.7%) betrieben und 2’484 Eintritte (-15%) registriert. Das entspricht im Durchschnitt 139 Betten und 89 Eintritte pro Institution. Gegenüber 2023 bedeutet das eine Abnahme von 6% der durchschnittlichen Anzahl Betten und eine Abnahme von 15% der durchschnittlichen Anzahl Eintritte. 

Die Nutzung der Elektronischen Patientendossiers (EPD) durch die befragten Institutionen hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht wesentlich verändert. 59.5% (+1.1%) aller zertifizierten Institutionen haben angegeben, dass das EPD im Jahr 2024 im Einsatz war. Bei 34% (+1.4%) ist das EPD zwar im Einsatz, jedoch nicht systematisch. 25.5% (-0.3%) der zertifizierten Institutionen nutzen das EPD systematisch. 40.4% (-1.2%) nutzen das EPD nicht. 

Autorinnen:
Ella Benninger, Sandra Jaun, Corina Wirth




 

Plattform Palliative Care

palliative.ch engagiert sich aktiv in der Plattform Palliative Care, mit dem Ziel, die Vernetzung und den Austausch zwischen den Akteurinnen und Akteuren zu fördern und die relevanten Themen und aktuellen Herausforderungen zu identifizieren. Ebenso koordiniert die Plattform Palliative Care die laufenden Arbeiten, bringt die zuständigen Akteure zusammen, stellt den Wissenstransfer sicher und erarbeitet nicht zuletzt Empfehlungen und stellt Grundlagenwissen bereit.

Plattform Palliative Care

Nationale Strategie Palliative Care 2010–2015

Bund und Kantone haben beschlossen, Palliative Care in der Schweiz im Rahmen einer nationalen Strategie zu fördern. Von 2010 bis 2015 wurden in Zusammenarbeit mit vielen Akteuren zahlreiche Massnahmen umgesetzt. Es wurden wichtige Grundlagendokumente erarbeitet, womit eine gute Basis für die Förderung und Verankerung von Palliative Care in der Schweiz gelegt ist.

palliative.ch war aktiv an der Erarbeitung der nationalen Strategie Palliative Care 2010-2015 beteiligt und hat die Verankerung von Palliative Care auf nationaler Ebene mit vorangetrieben.

Nationale Strategie Palliative Care 2010–2015

Postulatsbericht «Bessere Betreuung und Behandlung von Menschen am Lebensende» des Bundesrates

Am 18. September 2020 hat der Bundesrat den Bericht zum Postulat 18.3384 «Bessere Betreuung und Behandlung von Menschen am Lebensende» verabschiedet. Der Bericht enthält elf Massnahmen, die im Rahmen der Plattform Palliative Care umgesetzt werden.

Es ist zwingend notwendig, dass Sterben und Tod als Bestandteile des Lebens und der Gesundheitsversorgung anerkannt sind. Dazu sollen Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit sich alle Menschen frühzeitig mit ihrem Lebensende auseinandersetzen können. Patientinnen und Patienten, die sich in der letzten Lebensphase befinden, sollen eine Behandlung und Begleitung erhalten, die medizinisch sinnvoll ist und sich an den individuellen Wünschen und Bedürfnissen der betroffenen Person ausrichtet mit dem Ziel, die Lebensqualität bis zuletzt zu erhalten oder zu verbessern. Der Zugang zu Palliative Care soll allen Menschen in der Schweiz ermöglicht werden.

Postulatsbericht 18.3384 (2020)

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