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Im FokusWas bedeutet Palliative Care?Wann beginnt Palliative Care?Wer bezahlt?FAQPalliative Care hat ZukunftDie Geschichte der Palliative CareNationale StrategieFachbegriffeBuchempfehlungen

Die Geschichte der Palliative Care

Der Tod als Feind unserer Patienten?

Meine Aufgabe ist, mich um die Gesundheit des Patienten zu kümmern.

Es gibt Zeiten, in denen es im Interesse der Gesundheit liegt zu sterben.

Es ist nicht gesund, das Sterben hinauszuziehen.

Cicely Saunders







Schon im Mittelalter gab es in ganz Europa Häuser, die arme, kranke und sterbende Menschen aufnahmen. Die Kranken wurden dort an Leib und Seele von hingebungsvollen Menschen betreut, geheilt oder respektvoll in den Tod begleitet. Diese Häuser nannte man Hospize. Eines der berühmtesten war das «Hôtel Dieu» in Beaune.

1967 griff die Engländerin Cicely Saunders diese Tradition wieder auf und gründete das St. Christopher’s Hospice in London. Im St. Christopher’s erhielten unheilbar kranke und sterbende Menschen nicht nur eine spezialisierte ärztliche Behandlung und pflegerische Betreuung, sondern auch emotionale, spirituelle und soziale Unterstützung. Cicely Saunders wurde zur Begründerin der modernen Hospizbewegung. Sie selber starb 2005 mit 87 Jahren im St. Christopher’s Hospice.

Das St. Christopher's wurde zum Vorbild für unzählige Hospize und Palliativstationen – zunächst in England, dann auch in 90 anderen Ländern. In der Schweiz begann die Krankenschwester Rosette Poletti 1970 an der Ecole du Bon Secours in Genf, ihre Umgebung für die Anliegen der Palliative Care zu sensibilisieren.

In den 70er-Jahren entstanden nach den Vortragsreisen von Elisabeth Kübler-Ross in der deutschen Schweiz verschiedene Freiwilligengruppen, wie das Hospiz Aargau, die Zürcher Vereinigung zur Begleitung Schwerkranker und Freiwilligengruppen am Kantonsspital Baden.

1975 wurde das Thema Sterbebegleitung/Sterbehilfe durch die «Affäre Hämmerli» zu einem öffentlichen Thema. Vier Jahre später begann am Centre des Soins Continus im Kanton Genf die erste konsequente Umsetzung von palliativer Medizin, Pflege und Begleitung. Mit dem Ziel eines gesamtschweizerischen Netzwerkes wurde 1988 die «Schweizerische Gesellschaft für Palliative Medizin, Pflege und Begleitung SGPMP» gegründet. Die Fachgesellschaft war von Beginn an multiprofessionell und nennt sich heute palliative ch.

International wird die Bedeutung der Palliative Care durch die Definition der Weltgesundheitsorganisation von 2002 festgelegt. Auch in der Schweiz setzt sich Palliative Care immer mehr durch. Mit der Nationalen Strategie Palliative Care des Bundes 2010–2012 setzen Bund und Kantone gemeinsam mit palliative ch und anderen Interessenvertretern Massstäbe für Versorgung, Bildung, Forschung und Finanzierung im Bereich Palliative Care fest.