Sprachen: DE FR IT  EN
Bereich: PUBLIKUM  FACHWELT     
 

Im FokusWas bedeutet Palliative Care?Wann beginnt Palliative Care?Wer bezahlt?FAQPalliative Care hat ZukunftDie Geschichte der Palliative CareNationale StrategieFachbegriffeBuchempfehlungenFilme

 
Wann beginnt Palliative Care?

Die Diagnose «unheilbar krank» verändert das ganze Leben. Für die Betroffenen, aber auch für ihre Angehörigen folgt oft eine belastende, schwierige Phase des Lebens. Schmerzen, andere körperliche Beschwerden und seelische Belastungen prägen den Lebensalltag.

Die heilende Medizin (auch kurative Medizin genannt) und die Palliative Care, die sich als Bestandteile der modernen Medizin sinn- und wirkungsvoll ergänzen, verfolgen in dieser Lebensphase ein gemeinsames Ziel: die Linderung von Schmerzen und anderen belastenden Beschwerden sowie eine psychologische und spirituelle Begleitung der Patientinnen und Patienten. Idealerweise geschieht dies unter Einbezug der nächsten Angehörigen.

Damit profitieren viele schwer kranke Menschen schon in einem frühen Krankheitsstadium von Palliative Care. Also dann, wenn die heilende und lebensverlängernde Medizin die Hauptrolle spielt. Somit findet Palliative Care zu grossen Teilen in der Grundversorgung statt: beim Hausarzt, bei der Hausärztin, durch die Spitex, im Akutspital und im Alters- und Pflegeheim.

Viele Betroffene machen sich frühzeitig Gedanken rund um ihre Erkrankung. Sie stellen sich wichtige Fragen zu ihrer Krankheit, ihrer Lebenssituation und der Zukunft von ihnen und ihren nächsten Angehörigen. Fragen an die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt können helfen, sich Klarheit über die eigene Situation zu verschaffen und für sich selbst den besten Weg zu finden. Das Gespräch hilft aber auch der Ärztin und dem Arzt, die Bedürfnisse und Ängste ihrer Patientinnen und Patienten zu erkennen und bei der weiteren Planung und Behandlung zu berücksichtigen.

Fragen können sein:

  • Wie weit ist die Erkrankung fortgeschritten?
  • Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es und was bringen sie? Verlängern sie das Leben? Wie beeinflussen sie die Lebensqualität? Haben sie Nachteile?
  • Was passiert, wenn man eine bestimmte Behandlung nicht durchführt? Welche Alternativen gibt es dann?
  • Wie sieht die palliative Behandlung aus? Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es gegen Schmerzen, Atemnot und andere körperliche und psychische Beschwerden?
  • Welche Angebote existieren in meiner Region? Welche Unterstützung ist zu Hause möglich? Gibt es Alternativen zum Akutspital? Gibt es eine Palliativstation oder ein Hospiz in meiner Region? Wer bezahlt dort? Wie kann man sich dort anmelden?

In einer Patientenverfügung kann man festhalten, welche Behandlung man wünscht und wo man behandelt werden möchte. Eine solche Patientenverfügung kann auch die Angehörigen entlasten.

 
Gibt es «den» Palliativpatienten oder «die» Palliativpatientin?

Niemand ist vor schwerer Krankheit gefeit. Darum kann Palliative Care in jedem Alter wichtig werden. Palliative Care ist Teil der Kinderheilkunde, der Erwachsenenmedizin und der Altersmedizin.

«Den» Palliativpatienten oder «die» Palliativpatientin gibt es nicht. Palliative Care kommt bei den verschiedensten Krankheiten zum Tragen und muss immer wieder ganz unterschiedliche Erwartungen erfüllen. Sie hilft Kindern und Erwachsenen mit Tumorerkrankungen, neurologischen Leiden, schweren Organleiden (Herz-, Lungen-, Lebererkrankungen), mehrfach kranken betagten Menschen, psychisch kranken Menschen, Menschen auf einer Intensivstation und behinderten Menschen.