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Im FokusWas bedeutet Palliative Care?Wann beginnt Palliative Care?Wer bezahlt?FAQPalliative Care hat ZukunftDie Geschichte der Palliative CareNationale StrategieFachbegriffeBuchempfehlungenFilme

Im Fokus


Palliative Care stärkt die Selbstbestimmung

Selbstbestimmung entspricht einem Bedürfnis unserer Gesellschaft. Auch bei schwerer Krankheit, auch am Lebensende, möchten wir im Bezug auf die Behandlung und Betreuung selber entscheiden und mitbestimmen. Indem Palliative Care Leiden lindert und unheilbar kranken Menschen ein stabiles Betreuungsnetz bietet, trägt sie dazu bei, die Selbstbestimmung am Lebensende zu stärken.

Das Bedürfnis nach Selbstbestimmung entspricht der heutigen Gesellschaft. Die Generation, die in den kommenden Jahren das Rentenalter erreicht, hat sich stark für diese Selbstbestimmung eingesetzt und wird diese auch im Bezug auf das Lebensende vermehrt einfordern. Aber was heisst Selbstbestimmung am Lebensende? Eine wichtige Bedingung für selbstbestimmtes Handeln ist, dass die verschiedenen Betreuungsangebote am Lebensende bekannt sind (v. a. Palliative Care). Zudem sollten Entscheidungen frei, das heisst möglichst unbeeinflusst von Schmerzen, Ängsten oder sozialen Leiden getroffen werden können.


Palliative Care bietet eine gute Lebensqualität

Palliative Care stärkt die Selbstbestimmung des schwerkranken Menschen, indem körperliche Leiden gelindert werden. Mit einer gut eingestellten Behandlung wird versucht, dass die letzten Lebensmonate weitgehend schmerzfrei erlebt werden können. Patientinnen und Patienten müssen keine Angst mehr haben vor unerträglichen Schmerzen.

Palliative Care bietet auch Hilfe bei psychischen Leiden wie zum Beispiel Angst und Depressionen. Auch auf soziale und spirituelle Bedürfnisse wird eingegangen. Damit wird trotz schwerer Krankheit eine gute Lebensqualität ermöglicht.


Ein Netzwerk bietet Sicherheit

Die vorausschauende Planung in der Palliative Care trägt ebenfalls dazu bei, dass nach dem Willen der Patientin oder des Patienten gehandelt wird. Wünsche können in einer Patientenverfügung festgehalten und dort jederzeit wieder angepasst werden.

Sterben in Würde bedeutet aber nicht nur, selbst entscheiden zu können. Es heisst auch, Zuwendung und Anteilnahme zu erfahren und von den Mitmenschen gestützt und begleitet zu werden. In der Palliative Care bildet deshalb ein Betreuungsteam von Fachpersonen, Angehörigen und Freiwilligen ein Netzwerk, das dem kranken Menschen Sicherheit bietet.


Mehr politische Anstrengungen für ein selbstbestimmtes Lebensende

Der Bundesrat hat im Juni 2009 entschieden, die Selbstbestimmung am Lebensende zu stärken und deshalb Palliative Care vermehrt zu fördern. Deshalb wird die «Nationale Strategie Palliative Care 2010-2012» von Bund und Kantonen in den nächsten zwei bis drei Jahren weitergeführt. Hauptziel der Strategie ist es, dass alle unheilbar kranken und sterbenden Menschen in der Schweiz Palliative Care erhalten und ihre Lebensqualität verbessert wird.