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TARIFE PALLIATIVE CARE

Die Tarifierung der Palliative Care ist die Nabelschnur für den Auf- und Ausbau der Palliative Care in der Schweiz. Die Grundlage für Tarife sind eine gute Qualität, einheitliche Definition und systematische Dokumentation von Leistungsdaten. Dass diese zur Verfügung stehen, ist die Verantwortung jeder einzelnen Institution.

Ein besonderes Augenmerk liegt bei Leistungserbringern der spezialisierten Palliative Care.  Sollen hier besondere Vergütungen geltend gemacht werden, muss gezeigt werden, was über die allgemeine Palliative Care hinaus angeboten und geleistet wird. Patientinnen und Patienten, aber auch die Angehörigen sollen sich darauf verlassen können, dass im Angebot der spezialisierten Palliative Care „drin ist, was draufsteht“. Hier gilt es gemäss der Definition von Palliative Care in der Schweiz drei Bereiche zu unterscheiden:

  • Den Bereich der stationären Behandlung in der Akutsomatik
  • Den Bereich der mobilen Palliativdienste
  • Den Bereich der spezialisierten Palliative Care in der Langzeitbehandlung/-betreuung

Palliative ch setzt sich zusammen mit anderen Interessenvertretern und Leistungserbringern dafür ein, dass im Rahmen der aktuellen und zukünftigen Tarifierungen für diese besonders bedürftigen und verletzlichen Patienten flankierende Massnahmen getroffen werden. Nur so bleibt gewährleistet, dass unheilbar kranke und sterbende Patienten Zugang zu einer bedürfnisgerechten Palliative Care-Versorgung haben.


Palliative Care im ambulanten Bereich und Langzeitbereich

Ärztliche und pflegerische Leistungen werden separat abgegolten. Dies gilt auch in Zukunft. Ärzte rechnen ihre Leistungen weiterhin über das Tarifsystem TarMed ab. Pflegerische Leistungen werden seit dem 1.1.2011 gemäss der Neuen Pflegefinanzierung abgegolten.

Das Bundesgesetz zur Neuordnung der Pflegefinanzierung regelt die Aufteilung der Pflegekosten und deren Übernahme durch die Krankenkassen, Versicherten und Kantone/Gemeinden. Die wichtigsten Änderungen betreffen die Krankenpflege-Leistungsverordnung KLV.

Die wichtigsten Änderungen durch die Neue Pflegefinanzierung sind:

  • Die obligatorische Krankenpflegeversicherung leistet einen fixen, nach Zeitaufwand abgestuften Beitrag an die ärztlich verordneten Pflegeleistungen.
  • Die Akut- und Übergangspflege kann nach Austritt aus einem Akutspital geltend gemacht werden, wenn die Umgebung eines Akutspitals nicht mehr notwendig ist, der Pflegebedarf aber dasjenige der Spitex übersteigt. Sie dauert maximal 14 Tage und kann ambulant zu Hause oder in einer Langzeitinstitution geleistet werden.


Auch bei der neuen Pflegefinanzierung bleiben Versorgungslücken bestehen. Deren Finanzierung muss auf Kantonsebene geregelt werden. Im Vordergrund stehen der vermehrte Pflegebedarf für Patienten am Lebensende, aber auch patientenferne Leistungen wie Koordinationsaufgaben, Doppelfakturierungen (gleichzeitige ambulante und stationäre Leistungsabrechnung bspw. bei Schnittstellenmanagement), sowie die Abgeltung von Pikettleistungen, Nachteinsätzen, Angehörigenbetreuung und psychosoziale Betreuung.

Palliative Care in der Akutsomatik (Akutspital)

Palliative Care findet ganz überwiegend in der Grundversorgung statt. Es ist wichtig, dass Patienten in Palliativsituationen auch in Zukunft durch Akutspitäler behandelt werden können, wenn dies gewünscht oder erforderlich ist.

Für spezialisierte Palliative Care wurde im DRG-System ein wichtiger Grouperumbau vorgenommen: Palliative Care wurde als Sonderfall in den Hauptdiagnosegruppen (Major Diagnostic Categories MDC) aufgenommen. Somit basieren die Fallberechnungen nicht mehr ausschlaggebend auf der medizinischen Hauptdiagnose, wie beispielsweise einer Krebserkrankung. Damit wird besser berücksichtigt,  dass der Behandlungsaufwand in Palliativsituationen diagnoseunabhängig ist. Die bisherigen, wöchentlichen Zusatzentgelte werden zudem „automatisch“ in die  Fallberechnung eingeschlossen und erscheinen nicht mehr extra. Der Algorithmus bewirkt weiterhin, dass die Fälle wochenweise bewertet werden (auch in der dritten Woche erhält die Klinik mehr Geld als ohne Palliative Care). Damit wird dem ethisch problematischen Anreiz entgegengewirkt, Hospitalisationen zu verkürzen.

Palliativstationen, welche einem Akutspital angeschlossen sind, werden ab 2016 in das DRG-System eintreten müssen, und ihre Daten diesbezüglich liefern müssen.  Dies wurde vom SwissDRG-Verwaltungsrat beschlossen. Der Bundesrat hat zudem entschieden, dass spätestens ab 2019 alle Palliativinstitutionen mit einem Leistungsauftrag der Akutsomatik gemäss DRG abrechnen müssen.

Palliative Care in spezialisierten Institutionen

Zu den spezialisierten Palliative Care-Institutionen im stationären Bereich werden Palliativstationen und Hospize mit Spitalstatus gerechnet. Einiger dieser Institutionen waren bisher vom DRG-System ausgenommen und rechneten mit Tagespauschalen ab. Dies ändert sich gemäss der oeben erwähnten Vorgabe spätestens ab 2019.

Arbeitsgruppe Tarife Palliative Care

 

De facto besteht die Arbeitsgruppe aus drei Subgruppen:

  • Subgruppe stationäre Tarife Akutsomatik
  • Subgruppe mobile Palliativdienste
  • Subgruppe Tarife in der spezialisierten Langzeit

Die Arbeitsgruppe/ Subgruppe für stationäre Tarife besteht aus VertreterInnen der meisten Palliativkliniken/ Palliativstationen in der Schweiz, jeweils mit Fachpersonen der Klinik und der Tarifierung/ Codierung. Die Arbeitsgruppe vertritt die Interessen von palliative ch. Sie ist vernetzt mit anderen Interessenvertretern, wie den Krankenkassenverbänden, dem Bundesamt für Gesundheit, der Plattform Palliative Care und SwissDRG. Die Leitung der Gruppe erfolgt in Rotation.

Aktueller Kontakt:
Bitte richten Sie Anfragen an die Geschäftsstelle von palliative ch: info@palliative.ch

Für die Bildung der beiden anderen Subgruppen werden Akteure gesucht, die in Kooperation mit der bisher bestehenden Gruppe fokussiert die Belange der anderen Gesundheitsbereich vertritt und die tariflichen Grundlagen weiter bearbeitet. Bitte melden Sie sich bei Interesse bei der Geschäftsstelle von palliative ch.