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Die Arbeitsgruppe Qualität
von palliative ch


Die Behandlung von schwer kranken und sterbenden Menschen umfasst viele Dimensionen. Ziel ist eine individualisierte Medizin, Pflege und Begleitung. Gleichwohl müssen Qualitätsstandards erarbeitet werden, damit die Behandlung sicher, validiert und angemessen ist. palliative ch hat sich daher frühzeitig um die Schaffung von Qualitätsstandards bemüht.

Die Arbeitsgruppe Qualität von palliative ch besteht seit dem Jahr 2000. Sie hat die Aufgabe, die verschiedenen Aspekte der Qualität von Palliative Care zu bearbeiten und Instrumente zu deren Kontrolle zu schaffen.

Die Arbeitsgruppe stützt sich auf Modelle aus dem Ausland, speziell aus Kanada, den USA, England und Australien. Sie orientiert sich an den Richtlinien der EAPC (European Association for Palliative Care). palliative ch hat so ein neues Qualitätslabel geschaffen, das ganz auf das Schweizerische Gesundheitswesen ausgerichtet ist. Im Bericht zur Nationalen Strategie Palliative Care 2010–2012  von BAG und GDK nimmt die Förderung der Qualität einen wichtigen Platz ein.

Die Arbeitsgruppe teilt sich auf in die Untergruppen

  • Label
  • MDS (Minimal Data Set)


Einige Begriffe rund um die Qualität

Die Qualitätsstandards dienen den Institutionen als Grundlage für die Implementierung der Qualitätsarbeit. Mittels Qualitätskriterien wird der Nachweis erbracht, dass eine Institution qualitativ hochwertige Palliative Care anbietet. Dies wird mit einem Label ausgewiesen. Die Prüfung, ob die Qualitätskriterien erfüllt werden, erfolgt durch ein Audit vor Ort. Die Kriterienliste bildet die normative Grundlage der Auditierung.

Die Untergruppe Label

Sie setzt sich aus Fachpersonen der Pflege, der Psychologie, des administrativen und des ärztlichen Sektors zusammen, welche in der Palliative Care arbeiten.
Kernaufgabe der Untergruppe ist die Erarbeitung der Qualitätskriterien.

Folgende Kriterienlisten wurden erstellt bzw. sind in Bearbeitung:

  • Spezialisierte stationäre Einrichtungen für Palliative Care
  • Spezialisierte mobile Dienste für Palliative Care (Kernkompetenzteams spitalintern und spitalextern)
  • Palliative Care in der Langzeitpflege
  • Allgemeine mobile Dienste, welche auch Palliative Care anbieten

Nach dem Peer-Prinzip werden die Audits durch Fachpersonen durchgeführt, welche in Palliative Care arbeiten. Sie werden unterstützt durch eine Fachperson aus dem Bereich Qualitätsmanagement. Die Untergruppe Label übernimmt die Ausbildung und regelmässige Weiterbildung der Auditorinnen und Auditoren.

Die Untergruppe MDS (Minimal Data Set)

Sie ist zusammengesetzt aus Fachpersonen der Pflege, der Administration und des ärztlichen Sektors, welche im Bereich Palliative Care arbeiten.
Die Untergruppe definiert und erhebt Daten und Kennzahlen, welche im Bereich Palliative Care relevant sind, mit dem Ziel, die Prozesse in den verschiedenen Strukturen und Settings miteinander vergleichen zu können.  

Das sogenannte Minimal Data Set ermöglicht Vergleiche anonymisierter Patientendaten von Schweizer Palliativstationen, Hospizen oder von spitalinternen oder -externen mobilen Palliative-Care-Teams. Folgende Daten werden erhoben: anonymisierte Personendaten der Patienten, mittlere Aufenthalts- bzw. Behandlungsdauer, Sterbeort, Hauptdiagnosen, Lebensqualität der Patienten während der Behandlungszeit.
Diese Daten sind notwendig, um Kostenträger, Öffentlichkeit und Medien für die Notwendigkeit einer palliativen Versorgung zu sensibilisieren und deren Zugang für alle zu ermöglichen.

In einer ersten Datenerhebung 2008 wurden 25 Teams ausgewertet, davon 18 in der französischen, 5 in der deutschen und 2 in der italienischen Schweiz. Die Resultate wurden 2008 an der Jahrestagung von palliative ch in Biel vorgestellt.

Zukunft

Bisher vergab der Vorstand palliative ch das Label gestützt auf die Empfehlung der Arbeitsgruppe Qualität und den Bericht des Audit-Teams.
Um die Qualitätsarbeit auf eine breitere Basis zu stellen, wurde am 16. März 2010 in Bern der Schweizerische Verein für Qualität in Palliative Care gegründet. Er wird in Zukunft  die Labels vergeben.  
Die Untergruppe Label überarbeitet laufend die Kriterienlisten.
Die Kriterienliste A wird ab Mitte des Jahres 2010 auf der Website von palliative ch abrufbar sein. Die Listen B bis D werden später aufgeschaltet.

Dokumente


Versorgungsstrukturen (PDF)              

MDS-Bericht 2008 (PDF)        

Mitglieder der Arbeitsgruppe (PDF)

Die Arbeitsgruppe Qualität ist auf die Mitarbeit von Fachpersonen aus dem Bereich Palliative Care angewiesen. Interessierte Kolleginnen und Kollegen sind willkommen. Bitte setzen Sie sich mit der unten stehenden Kontaktperson in Verbindung.