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ForschungArbeitsgruppe Tarife
Best Practice

ARBEITSBEREICH TARIFE

Eine adäquate Tarifierung der Palliative Care in allen Versorgungsbereichen ist die Nabelschnur für den Auf- und Ausbau der Palliative Care in der Schweiz. Als eine der wichtigsten Voraussetzungen, welche noch nicht realisiert ist, wurde der Arbeitsbereich „Tarife“ am Delegiertentreffen von palliative ch vom 28.05.2018 zu einem zentralen Thema erklärt. Palliative ch setzt sich zusammen mit anderen Interessenvertretern und Leistungserbringern dafür ein, dass im Rahmen der aktuellen und zukünftigen Tarifierungen für diese besonders bedürftigen und verletzlichen Patienten flankierende Massnahmen getroffen werden. Nur so bleibt gewährleistet, dass unheilbar kranke und sterbende Patienten Zugang zu einer bedürfnisgerechten Palliative Care-Versorgung haben.


SUBGRUPPEN VERSORGUNGSBEREICHE

Ein besonderes Augenmerk liegt bei Leistungserbringern der spezialisierten Palliative Care. Sollen hier besondere Vergütungen geltend gemacht werden, muss gezeigt werden, was über die allgemeine Palliative Care hinaus angeboten und geleistet wird. Patientinnen und Patienten, aber auch die Angehörigen sollen sich darauf verlassen können, dass im Angebot der spezialisierten Palliative Care „drin ist, was draufsteht“.

Die Grundlage für Tarife sind eine gute Qualität der Dienstleitungen, einheitliche Definitionen und systematische Dokumentation von Leistungsdaten. Jede einzelne Institution ist verantwortlich, dass diese zur Verfügung stehen; jedoch bildet der Austausch in verschiedenen Bereichen eine wichtige Grundlage für die weiteren Arbeiten. Deshalb engagieren sich die Mitglieder von palliative ch gemäss der Definition von Palliative Care in der Schweiz in folgenden Subgruppen:

  • Den Bereich der stationären Behandlung in der Akutsomatik: Subgruppe akutstationäre Tarife

Zu den spezialisierten Palliative Care-Institutionen im stationären Bereich werden Palliativstationen, spitalinterne Konsiliardienste und Hospize mit Spitalstatus gerechnet. Ab 2019 rechnen alle diese Institutionen nach SwissDRG ab. Indikationskriterien für einen Eintritt ins Akutspital sind Menschen mit unheilbaren Erkrankungen, welche teils hochkomplex und instabil verlaufen und folglich eine engmaschige Betreuung und Behandlung in einer entsprechenden Institution erfordern.

Die Subgruppe besteht aus Fachpersonen der Klinik und des Controllings/der Codierung der spezialisierten, stationären Palliative Care, welche in Institutionen mit einem akutsomatischen Leistungsauftrag angeboten wird sowie Vertretungen der beiden Krankenkassenverbände santésuisse und curafutura. Mit den von ihr erarbeiten Grundlagendokumenten und ihrem Expertenpool unterstützt die Subgruppe SwissDRG proaktiv in der Weiterentwicklung des Tarifsystems und vertritt die tarifpolitischen Interessen von palliative ch. Ziel ist die adäquate Abbildung der spezialisierten Palliative Care im SwissDRG-System und die Erarbeitung von Dokumenten, um die einheitliche Definition und systematische Dokumentation von Leistungsdaten weiterzuentwickeln.

DOKUMENTE

  • Den Bereich der mobilen Palliativdienste: Taskforce mobile Palliativdienste

Im Vordergrund stehen der vermehrte Pflegebedarf für Patienten am Lebensende, aber auch patientenferne Leistungen wie Koordinationsaufgaben, Doppelfakturierungen (gleichzeitige ambulante und stationäre Leistungsabrechnung bspw. bei Schnittstellenmanagement), sowie die Abgeltung von Pikettleistungen, Nachteinsätzen, Angehörigenbetreuung und psychosoziale Betreuung. Ärztliche und pflegerische Leistungen werden separat abgegolten. Dies gilt auch in Zukunft. Ärzte rechnen ihre Leistungen weiterhin über das Tarifsystem TarMed ab. Pflegerische Leistungen werden seit dem 1.1.2011 gemäss der Neuen Pflegefinanzierung abgegolten.

 

Das Bundesgesetz zur Neuordnung der Pflegefinanzierung regelt die Aufteilung der Pflegekosten und deren Übernahme durch die Krankenkassen, Versicherten und Kantone/Gemeinden. Die wichtigsten Änderungen betreffen die Krankenpflege-Leistungsverordnung KLV.

 

Die wichtigsten Änderungen durch die Neue Pflegefinanzierung sind:

  • Die obligatorische Krankenpflegeversicherung leistet einen fixen, nach Zeitaufwand abgestuften Beitrag an die ärztlich verordneten Pflegeleistungen.
  • Die Akut- und Übergangspflege kann nach Austritt aus einem Akutspital geltend gemacht werden, wenn die Umgebung eines Akutspitals nicht mehr notwendig ist, der Pflegebedarf aber dasjenige der Spitex übersteigt. Sie dauert maximal 14 Tage und kann ambulant zu Hause oder in einer Langzeitinstitution geleistet werden.

Auch bei der neuen Pflegefinanzierung bleiben jedoch Versorgungslücken bestehen, welche durch die entsprechende Subgruppe weiterbearbeitet werden.

DOKUMENTE

  • Den Bereich der spezialisierten Palliative Care in der Langzeitbehandlung/-betreuung: Subgruppe Tarife in der spezialisierten Langzeit

ORGANISATION & KONTAKTE

Die Subgruppen für Tarife der Palliative Care bestehen aus VertreterInnen der jeweiligen Versorgungsbereiche (insb. Fachpersonen der Klinik und der Tarifierung/ Codierung). Die Subgruppen vertreten die Interessen von palliative ch. Sie sind vernetzt mit anderen Interessenvertretern, wie beispielsweise der Nationalen Plattform Palliative Care und Leistungsversicherern.


Aktuelle Kontakte:
Bitte richten Sie grundsätzliche Anfragen zur Organisation des Arbeitsbereiches Tarife von palliative ch an die Geschäftsstelle: info@palliative.ch

 

Bei Fragen und bei Interesse zur Mitarbeit wenden Sie sich bitte direkt an die zuständigen Personen der Subgruppen: