11.05.2021


«Hallo, Tod!» – 25. bis 30. Mai 2021

Ein Kulturfestival lädt zur Begegnung mit dem Tod

Die Kulturbande lanciert mit «Hallo, Tod!» das schweizweit erste interdisziplinäre Kulturfestival zum Tod: Vom 25. bis zum 30. Mai 2021 finden an verschiedenen Orten in Zürich sowie im digitalen Raum rund 50 Events und Workshops statt. Zahlreiche Kulturschaffende und Künstler*innen aus den Bereichen Musik, Literatur, Tanz, Theater, Film und Bildende Kunst sowie Design sind beteiligt. Ergänzend zu den kulturellen Angeboten und Gesprächen bieten Institutionen hilfreiche Informationen zu Themen wie Palliativ- und Hospice-Care, Suizidprävention u.a. an.

Der Tod: gefürchtet, verdrängt, ausgeblendet ... bis zuletzt. Über den Tod spricht man nicht. Zumindest nicht gern. Doch unser Dasein ist endlich, der Tod immer da. «Es ist an der Zeit, dass wir ihm einfach mal Hallo sagen – Hallo, Tod!», sagt Patrick Bolle (50), Kulturschaffender und Mitinitiator des Projektes. Mit dieser Überzeugung steht die Kulturbande nicht allein da. Im Rahmen des «Call for Projects» von letztem Herbst sind 75 Projekteingaben bei der Kulturbande eingegangen. «Das hat uns begeistert – und herausgefordert. Die Resonanz hat das enorme Potential eines solchen Festivals aufgezeigt, dem wir nun dank starker Kooperationspartner*innen und mit viel freiwilligem Engagement gerecht werden.»

Vom Tanztheater übers Loslassen bis zur Podiumsdiskussion mit dem Forum der Religionen

Im Programm des sechstägigen Festivals Ende Mai sind nun rund 50 Angebote enthalten, die auf ihre je eigene Weise zur Begegnung und Auseinandersetzung mit den Themen Sterben, Trauer und Tod einladen. Teils poetisch, bunt, humorvoll, aber auch ernst und ergreifend. Und das analog, also live an verschiedenen Orten und mit Publikum, aber auch digital und hybrid. Designerin Viviana Leida Leonhardt (25), die als Festival-Managerin und Co-Kuratorin intensiv mitorganisiert und mit den Veranstalter*innen im Austausch ist, freut sich darauf, dass Festival nun «zur Welt» und zum Publikum zu bringen: «Bei vielen Künstler*innen und Persönlichkeiten, die ein Angebot kreiert haben, steckt eine sehr persönliche Motivation dahinter. Mich hat zudem beeindruckt, wie sie die Planungsunsicherheiten der letzten Monate mitgetragen haben, wie motiviert die Veranstalter*innen dabei geblieben sind.» 

Ein Festival zum Tod – mitten in der Pandemie

Das Festival «Hallo, Tod!» ist Herzensangelegenheit und Wagnis zugleich: Als Idee geboren wurde es 2019, also noch vor der Pandemie. Dann kam Corona. Die Kulturbande hielt am Vorhaben fest, trotz zusätzlicher Herausforderungen. Gerade auch weil der Tod an Präsenz gewonnen hat, unser Umgang mit ihm aber verkrampft geblieben ist. «Ich erlebe den Tod noch immer als Tabu», sagt Silvia Richner, Palliativmedizinerin, die beim Festival mitunterstützt, weil sie überzeugt ist, dass es solche Initiativen braucht. «Wir müssen das Thema vom Medikalisierten, Pathologisierten zurückholen ins Leben.» Kunst- und Kultur können einen wertvollen Beitrag zum Diskurs leisten, Gemeinschaft schaffen. Auch Nähe. «Wir dürfen das Thema nicht an irgendwelche Sterbespezialisten delegieren. Es betrifft uns alle.»

«Hallo, Tod!» im Web