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14.07.2020


Stabswechsel im Vorstand - Interview mit Monika Obrist

Monika Obrist engagierte sich während 3 ½ Jahren als Präsidentin für palliative ch. Per 30. Juni 2020 hat sie das Amt an Marina Carobbio Guscetti übergeben. Sie blickt auf eine bewegte Zeit zurück, in der sie den Dachverband mit ihrer vermittelnden Persönlichkeit in strategischer Ausrichtung und Weiterentwicklung entscheidend vorangetrieben hat.

Was hat Ihnen während Ihrer Zeit als Präsidentin von palliative ch am meisten Freude bereit?

Am meisten gefreut hat es mich, dass Palliative Care in den letzten Jahren ein bekannter und positiv besetzter Begriff in der Gesundheitsversorgung geworden ist. Der Zugang der Bevölkerung zu Palliative Care hat sich verbessert, was ein wichtiges Ziel unseres Engagements ist.

Der interprofessionelle Austausch auf nationaler und internationaler Ebene, das Lernen voneinander und das Erleben von Solidarität in der gemeinsamen Anstrengung für die Entwicklung einer guten Palliative Care-Versorgung war mir persönlich immer ein grosses Anliegen und hat mir grosse Freude bereitet.  Als Präsidentin musste ich einige Weichen neu stellen. Die Organisation palliative ch lebt jedoch vom überzeugten Engagement und der gemeinsamen Anstrengungen aller unserer Mitglieder – das ist gerade in der Corona-Krise sehr spürbar geworden.

Welche Anforderungen muss palliative ch aus Ihrer Sicht erfüllen, um für die Herausforderungen der nächsten Jahre gerüstet zu sein?

Es gibt zwei Dimensionen, welchen palliative ch gerecht werden muss.

Einerseits muss Palliative Care gegen aussen ein positives Bild vermitteln. Mit Palliative Care ist nicht ausschliesslich der Prozess des Sterbens und der Tod verbunden. Palliative Care steht für ein gut gelebtes Leben bis zum Ende, bei welchem die Lebensqualität und die Lebensfreude im Zentrum stehen.

Als Organisation muss palliative ch ihre Sichtbarkeit gegen aussen weiterhin intensivieren, um in der Politik, bei den Medien und den Partnerorganisationen das wichtige Thema Palliative Care zu stärken. Denn Palliative Care ist ein Querschnittsthema. Es ist wichtig, einen konstruktiven Diskurs mit den anderen Fachorganisationen zu führen. Dies wird sich positiv auf die gemeinsame Entwicklung und zum Wohle der Patientinnen und Patienten auswirken.

Andererseits ist eine zielorientierte, interprofessionelle und wertschätzende interne Zusammenarbeit die Basis für die fachliche Weiterentwicklung des Verbandes. Und dies über die Professionsgrenzen hinaus. Nicht die einzelnen Akteure stehen im Mittelpunkt. Sondern die bestmögliche Versorgung der Bevölkerung und der daraus resultierende Dialog, wie diese optimiert werden kann. Dazu ist es nötig, dass alle Berufsgruppen der Palliative Care hörbar und spürbar sind und sich aktiv einbringen können.

Was wünschen Sie der neuen Präsidentin Marina Carobbio Guscetti für ihre Tätigkeit bei palliative ch?

Selbstverständlich wünsche ich Marina Carobbio primär so viel Freude und Befriedigung in ihrem neuen Amt, wie ich es erleben durfte. Ich wünsche ihr auch, dass sie ihre Energie und ihre politischen Kontakte auf die Weiterentwicklung von palliative ch legen kann. Und dass Sie die grossen Fragen, wie zum Beispiel der kostendeckenden Finanzierung und der flächendeckenden Versorgung, weiterverfolgt.

Ich erhoffe mir für sie, dass sie positive Resonanz aus der Fachwelt und von Seiten der Mitglieder erleben darf. Und ihr somit ermöglicht wird, die alltägliche Praxis zu erleben und die Nähe zum Verband aufzubauen. Ich wünsche Marina Carobbio, dass Sie Zugang zu den Menschen und ihren Geschichten erhält. Denn diese sind es, welche den Verband prägen und tragen.