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Patientenverfügungen

Viele Menschen haben Vorstellungen darüber, wie sie in ihrer letzten Lebensphase und im Sterben behandelt, betreut und begleitet werden möchten. Mit einer persönlichen Verfügung halten sie fest, wie sie behandelt werden möchten, wenn sie wegen einer Krankheit (beispielsweise Demenz) oder eines Unfalls nicht in der Lage sind, sich selbst zu äussern.
 
Für den Verfasser selber ist die Patientenverfügung ein wichtiges Mittel, sich über das eigene Leben, die Endlichkeit und die eigenen Wertvorstellungen Gedanken zu machen.

Die Patientenverfügung erleichtert das Gespräch mit den Angehörigen, den Pflegenden und den behandelnden Ärzten und hilft ihnen, den mutmasslichen Willen des Verfügenden zu erkunden. Damit ist eine sorgfältig formulierte Patientenverfügung ein wichtiges Kommunikationsmittel in einem oft schwierigen Entscheidungsprozess. Für die Angehörigen ist die Patientenverfügung meistens eine enorme Entlastung.

Hinterlegen Sie Ihre Patientenverfügung bei Ihrem behandelnden Arzt und bei der von Ihnen genannten Vertrauensperson.

Welche Patientenverfügung ist für mich die beste?

Es gibt zwei unterschiedliche Formen von Patientenverfügungen.

Die zielorientierte Patientenverfügung fordert eine bestmögliche Palliative Care bei fehlenden Heilungsaussichten, zweifelhafter Lebensqualität und absehbarem Lebensende. Sie erklärt die Haltung der Palliative Care: die bestmögliche Behandlung von Beschwerden, eine transparente Kommunikation und eine gemeinsame Entscheidungsfindung von Behandelnden und Vertrauenspersonen. Sie ermutigt den Verfasser, die Entscheidung in die Hände seiner Behandelnden und Vertrauenspersonen zu legen, wenn er sich nicht mehr selbst zu seinen Wünschen und Vorstellungen äussern kann.
Beispiele: Baselbieter PV (siehe unten), PV der Caritas

Die massnahmenorientierte Patientenverfügung enthält dieselben Forderungen. Der Verfügende kann jedoch modulartig Wünsche zu einzelnen Eingriffen oder Massnahmen anbringen – zu Durchführung oder Verzicht auf Reanimation, Ernährung, bestimmte Sonden, Beatmung und anderes. Diese Form der Patientenverfügung macht besonders dann Sinn, wenn bereits eine Erkrankung vorliegt und bestimmte Komplikationen wahrscheinlich sind. Diese Form der Patientenverfügung erfordert eine sehr gute Beratung.
Beispiele: PV der Krebsliga oder der ALS-Vereinigung

Wann ist eine Patientenverfügung gültig?

Die Patientenverfügung kann gedruckt oder aber handschriftlich verfasst werden. Damit sie gültig ist, muss sie handschriftlich datiert und unterschrieben sein. Damit sie auch dem aktuellen Willen entspricht, sollte sie regelmässig überprüft und bestätigt werden. Solange eine Person urteilsfähig ist, gilt das, was sie direkt ausdrückt.

Wer kann mich beraten?

Besprechen Sie Ihre Patientenverfügung mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin des Vertrauens. Sie geben ihm bzw. ihr die Möglichkeit, Ihre Wünsche und auch Sorgen zu erkennen und diese in die Behandlung und die Entscheidungen einzubeziehen. Sie können sich auch durch andere, dafür spezialisierte Stellen beraten lassen. Klären Sie in diesem Fall die Kosten ab.

Eine kleine Auswahl empfehlenswerter Patientenverfügungen

 


Baselbieter Patientenverfügung (PDF)
Übersichtliche Wegleitung im Papierformat mit Kärtli fürs Portemonnaie. Einwohner der Kantone Basel-Stadt und Baselland können die PV gegen einen Unkostenbeitrag bei der Medizinischen Notrufzentrale MNZ! hinterlegen.
Kosten: Download kostenlos
Im Papierformat CHF 2.– plus Versandkosten


 



Basler Patientenverfügung (PDF)
Infos unter
www.basler-patientenverfuegung.ch
Gemeinschaftlich erarbeitet durch Ärztegesellschaft Basel-Stadt, Universitätsspital Basel und GGG Voluntas. Ausführliche Patientenverfügung mit guter Wegleitung. Beratung durch eine Fachperson (behandelnder Arzt) empfohlen.